Sofortbildkameraden

Wege in die (Alt-) Stadt, beispielsweise zum Einkaufen, sind für mich immer auch Spaziergänge. Meistens mache ich dabei einen kleinen Umweg am Wasser entlang und setze mich gerne noch mal für ein Viertelstündchen irgendwo auf eine Bank, zumeist entweder im Wröhmännerpark, am Oranienburger Tor oder am Lindenufer. So auch am Samstag. Ich fand ein schattiges Plätzchen mit Blick auf die Havel.

Ad-hoc-Portrait an der Havel
Ad-hoc-Portrait an der Havel

Kurz nachdem ich mich dort niedergelassen genommen hatte, setzten sich zwei Jungs auf die andere Bank daneben. Als sie sahen, dass ich spontan ein vorbeifahrendes Boot fotografierte, fragten sie mich, ob ich nicht auch mal ein Foto von ihnen machen könne. Also, von beiden zusammen. Jetzt und hier. Klar, warum nicht? Gesagt, getan.

Ein Portrait in praller Mittagssonne ist ja nicht ganz unproblematisch, aber ich wollte nicht auf Meisterfotograf machen (der ich ja auch nicht bin) und habe mich deshalb damit begnügt, sie grob aus dem halbschattigen Gegenlicht heraus zwei Schritte weiter ans Ufer zu dirigieren, wo ihnen die Sonne wenigstens halbwegs ins Gesicht schien. Mit Betonung auf „halbwegs“, wie man an den Schatten sieht. Na ja, besser als überbelichtet.

Sie schienen jedenfalls ganz zufrieden zu sein, als ich ihnen die Aufnahmen am Display zeigte. Nur, wie sollten sie jetzt an die Bilder kommen? Einer der beiden besaß zwar ein Smartphone, welches er auch gern zeigt, aber meine Kamera war ja nun mal eine spießige DSLR, bei der man die Bilder ganz altmodisch erst mal auf einen Computer übertragen und quasi digital „entwickeln“ muss.

Ad-hoc-Portrait an der Havel
Ad-hoc-Portrait an der Havel

Also per E-Mail. Geht ja auch. Leider hatte keiner analoge Utensilien wie Papier und Stift zum Aufschreiben der Adresse dabei. Was in meinem Fall ein echtes Versäumnis darstellt, da ich ja auch kein Smartphone besitze. Asche auf mein Haupt. Und zwar eine extra große Ladung, denn Visitenkarten habe ich leider auch keine aktuellen.

So blieb also nur, dem Burschen meine Adresse ins Smartphone zu diktieren, damit er mir eine Mail schicken und ich ihm die Bilder dann als Antwort zukommen lassen kann.

Bisher habe ich aber noch nichts von den beiden gehört bzw. gelesen. Also, Jungs, wenn ihr das hier seht (oder jemand, der euch kennt) und die Bilder haben wollt: Meldet euch. Meine Adresse habt ihr ja.

Update 2014-06-09: Heute Morgen hatte ich doch noch eine Mail im Postfach. Bilder sind verschickt.